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Exazerbationen bei COPD: Was steckt dahinter und wie lassen sie sich vermeiden?

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kennen sie oft nur zu gut: Phasen, in denen sich die Beschwerden plötzlich deutlich verschlechtern. Die Atmung fällt schwerer, der Husten nimmt zu und selbst alltägliche Tätigkeiten werden zur Herausforderung. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer COPD-Exazerbation.

Doch was genau ist eine Exazerbation? Wodurch wird sie ausgelöst? Wann sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden und wie kann man das Risiko möglichst gering halten?


In diesem Beitrag wird erklärt, was Betroffene über COPD-Exazerbationen wissen sollten.


Was ist eine Exazerbation bei COPD?


Eine Exazerbation ist eine akute Verschlechterung der COPD-Symptome, die über die üblichen täglichen Schwankungen hinausgeht. Typischerweise entwickeln sich die Beschwerden innerhalb weniger Stunden oder Tage und machen häufig eine Anpassung der Behandlung erforderlich.


Zu den häufigsten Symptomen gehören:


  • zunehmende Atemnot

  • stärkerer oder häufiger Husten

  • vermehrter Auswurf

  • Veränderung der Farbe des Auswurfs (z. B. gelblich oder grünlich)

  • Engegefühl in der Brust

  • verminderte körperliche Belastbarkeit

  • ausgeprägte Müdigkeit oder Erschöpfung


Je nach Schwere kann eine Exazerbation ambulant behandelt werden oder einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen.



Warum sind Exazerbationen so problematisch?


Jede Exazerbation belastet die Lunge erheblich. Besonders häufige oder schwere Verschlechterungen können dazu führen, dass die Lungenfunktion dauerhaft schneller abnimmt.


Außerdem steigt das Risiko für:


  • Krankenhausaufenthalte

  • Herz-Kreislauf-Komplikationen

  • verminderte Lebensqualität

  • eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit

  • weitere Exazerbationen


Deshalb gilt: Jede Exazerbation sollte ernst genommen und möglichst früh behandelt werden.


Was löst eine COPD-Exazerbation aus?


Die häufigsten Auslöser sind:


Atemwegsinfektionen

Viren und Bakterien gehören zu den häufigsten Ursachen. Bereits eine einfache Erkältung kann bei COPD-Betroffenen eine deutliche Verschlechterung auslösen.


Luftverschmutzung

Feinstaub, Ozon oder starke Schadstoffbelastungen können die Bronchien zusätzlich reizen und Symptome verstärken.


Allergene oder Reizstoffe

Rauch, Staub, chemische Dämpfe oder starke Gerüche können die Atemwege belasten.


Ungünstige Wetterbedingungen

Kalte Luft, hohe Luftfeuchtigkeit oder starke Temperaturschwankungen führen bei vielen Betroffenen zu einer Verschlechterung der Beschwerden.


Unzureichende Medikamenteneinnahme

Wer seine verordneten Inhalationsmedikamente nicht regelmäßig oder nicht korrekt anwendet, erhöht das Risiko für Exazerbationen.



Woran erkennt man eine beginnende Exazerbation?


Je früher eine Verschlechterung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.

Warnzeichen sind beispielsweise:


  • zunehmende Atemnot bereits in Ruhe

  • stärkerer Husten als gewöhnlich

  • mehr Auswurf oder veränderte Farbe

  • Fieber

  • ungewöhnliche Erschöpfung

  • deutlich eingeschränkte Belastbarkeit


Viele Patientinnen und Patienten profitieren davon, ihre Symptome täglich bewusst zu beobachten.



Wann sollte man sofort ärztliche Hilfe suchen?


Eine sofortige ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn:


  • starke Atemnot auftritt

  • Lippen oder Fingernägel bläulich verfärbt sind

  • hohes Fieber hinzukommt

  • Brustschmerzen auftreten

  • Verwirrtheit oder Schläfrigkeit bestehen

  • die Notfallmedikation keine ausreichende Besserung bringt


In schweren Fällen sollte umgehend der Rettungsdienst verständigt werden.



Wie wird eine COPD-Exazerbation behandelt?


Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad.


Je nach Situation kommen zum Einsatz:


  • bronchienerweiternde Medikamente

  • entzündungshemmende Kortisonpräparate

  • Antibiotika (bei bakteriellen Infektionen)

  • Sauerstofftherapie

  • Beatmungstherapie bei schweren Verläufen

  • stationäre Behandlung im Krankenhaus


Wichtig ist eine individuelle ärztliche Beurteilung.


Wie lassen sich Exazerbationen vermeiden?


Auch wenn sich Exazerbationen nicht vollständig verhindern lassen, kann das Risiko deutlich reduziert werden.


Medikamente regelmäßig anwenden

Die konsequente Einnahme der verordneten Inhalationstherapie bildet die Grundlage einer erfolgreichen COPD-Behandlung.


Rauchstopp

Der Verzicht auf das Rauchen ist die wichtigste Maßnahme, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.


Impfungen

Empfohlen werden insbesondere:

  • jährliche Grippeschutzimpfung (Influenzaimpfung)

  • RSV-Impfung

  • Pneumokokken-Impfung

  • COVID-19-Impfung entsprechend den aktuellen Empfehlungen

Sie können das Risiko schwerer Atemwegsinfektionen deutlich senken.


Bewegung und Lungensport

Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Belastbarkeit, stärkt die Atemmuskulatur und kann Exazerbationen vorbeugen.


Atemwegsinfektionen vermeiden

Händehygiene, Abstand zu akut erkrankten Personen und das frühzeitige Behandeln von Infekten helfen zusätzlich.


Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Kontrollen beim Lungenfacharzt ermöglichen es, die Therapie frühzeitig anzupassen und Verschlechterungen rechtzeitig zu erkennen.




Wie die LUNGENÄRZTE am Turm helfen können


Die LUNGENÄRZTE am Turm begleiten Menschen mit COPD umfassend und ganzheitlich – von der Diagnosestellung über die individuelle Therapie bis zur langfristigen Betreuung.


Zu unserem Leistungsspektrum gehören unter anderem:


  • moderne Lungenfunktionsdiagnostik inklusive Impulsoszillometrie und FeNO 

  • Blutgasanalyse

  • Schulung zur richtigen Inhalationstechnik (Deviceschulung)

  • Multiplex-PCR aus Nasen-/Rachenabstrich

  • Multiplex-PCR aus Sputum

  • individuelle Therapieanpassung und Verlaufskontrollen

  • Prävention und Behandlung von Exazerbationen

  • Indikationsprüfung und Einleitung einer Biologikatherapie bei rezidivierenden Exazerbationen 


Unser Ziel ist es, Ihre Beschwerden zu lindern, Exazerbationen möglichst zu vermeiden und Ihre Lebensqualität langfristig zu erhalten.




Fazit


COPD-Exazerbationen gehören zu den wichtigsten Komplikationen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Sie können die Lungenfunktion dauerhaft beeinträchtigen und sollten deshalb frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Mit einer individuell abgestimmten Therapie, regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und einem bewussten Umgang mit Risikofaktoren lässt sich das Risiko für akute Verschlechterungen häufig deutlich reduzieren.


Sie leiden an COPD oder bemerken eine zunehmende Verschlechterung Ihrer Atembeschwerden? Vereinbaren Sie jetzt einen Termin bei den LUNGENÄRZTEN am Turm. Gemeinsam entwickeln wir eine individuell auf Sie abgestimmte Behandlungsstrategie.




 
 
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