Was passiert bei einem Asthmaanfall?
- Gina Pariti

- 26. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Ein Asthmaanfall kommt oft plötzlich und kann Betroffene in Panik versetzen: Die Luft bleibt weg, das Atmen fällt schwer, die Brust fühlt sich eng an. Doch was passiert dabei eigentlich im Körper? Und wie kann man im Notfall richtig reagieren? In diesem Beitrag erklären die Lungenärzte am Turm, was bei einem Asthmaanfall geschieht, warum er entsteht und wie Sie sich und anderen helfen können.
Was genau passiert im Körper?
Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die dazu führt, dass diese empfindlicher auf verschiedene Reize reagieren. Kommt es zu einem Asthmaanfall, verengen sich die Bronchien plötzlich – dieser Vorgang wird als Bronchokonstriktion bezeichnet.
Dabei laufen drei Prozesse gleichzeitig ab: Die Muskulatur der Bronchien zieht sich zusammen, wodurch der Durchmesser der Atemwege deutlich kleiner wird. Gleichzeitig schwillt die Schleimhaut im Inneren der Bronchien an – eine Folge der Entzündungsreaktion, die zu einer Verdickung der Schleimhaut führt. Zusätzlich bildet sich zäher Schleim, der die ohnehin verengten Atemwege weiter verstopft. Der Körper versucht, diesen Schleim auszuhusten, was das Atmen jedoch noch schwieriger macht.
Diese Kombination aus Muskelverengung, Schleimhautschwellung und Schleimproduktion verursacht einen erheblichen Luftwiderstand – insbesondere beim Ausatmen. Typische Symptome wie pfeifendes Atmen (Giemen) entstehen, wenn die Luft mühsam durch die stark verengten Bronchien gepresst wird.

Typische Symptome eines Asthmaanfalls
Ein Asthmaanfall kann unterschiedlich stark ausfallen, aber häufig treten folgende Symptome auf:
Plötzliche Atemnot (vor allem beim Ausatmen)
Hustenanfälle, oft mit zähem Auswurf
Engegefühl in der Brust
Pfeifende Atemgeräusche
Angst oder Panik, da die Luft knapp wird
In schweren Fällen: Blaufärbung der Lippen (Hinweis auf Sauerstoffmangel)
Wichtig ist: Auch wenn der Anfall nach einigen Minuten abklingt, bleibt die Entzündung in den Bronchien bestehen – deshalb ist eine langfristige Therapie entscheidend.
Mögliche Auslöser eines Asthmaanfalls
Asthma kann durch verschiedene Reize ausgelöst werden. Häufige Ursachen sind:
Allergene: Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze
Kalte Luft oder Wetterumschwung
Körperliche Belastung
Infekte der Atemwege
Zigarettenrauch, Parfüm oder Abgase
Stress oder starke Emotionen
Oft spielt eine Kombination mehrerer Faktoren zusammen. Ziel der Behandlung ist es, diese Auslöser zu erkennen und möglichst zu vermeiden.
Was tun bei einem akuten Asthmaanfall?
Ein Asthmaanfall ist immer ernst zu nehmen. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und die Notfallmedikamente richtig einzusetzen.
Sofort das bronchienerweiternde Spray (Reliever) anwenden – meist ein kurzwirksames Beta-2-Spray.
Aufrechte Körperhaltung einnehmen – am besten den Oberkörper leicht nach vorne beugen (Kutschersitz).
Lippenbremse anwenden – langsam durch die Nase einatmen, dann mit leicht geschürzten Lippen ausatmen. Das hilft, die Bronchien offenzuhalten.
Panik vermeiden – ruhig und gleichmäßig weiteratmen, ggf. beruhigend sprechen lassen.
Bei fehlender Besserung nach 10–15 Minuten oder starken Symptomen: Notarzt (112) rufen.
Wie die Lungenärzte am Turm helfen können
In der Praxis der Lungenärzte am Turm in Frankfurt steht eine ganzheitliche Behandlung im Mittelpunkt. Grundlage ist eine präzise Diagnostik mit modernen Verfahren wie Lungenfunktionsmessungen und Allergietests, um die Ursache der Beschwerden genau zu bestimmen.
Darauf aufbauend wird eine individuell abgestimmte Dauertherapie entwickelt, die meist moderne Inhalativa umfasst und auf die persönlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt ist. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Patientenschulung, in der der richtige Umgang mit Medikamenten vermittelt und das Verständnis für die eigene Erkrankung gestärkt wird.
Ergänzend wird ein gezieltes Notfallmanagement vermittelt – mit praktischen Tipps, wie ein drohender Asthmaanfall frühzeitig erkannt und richtig darauf reagiert werden kann.
Für Patientinnen und Patienten mit schwerem und therapieresistentem Asthma kommt zudem eine Biologika-Therapie infrage, die gezielt Entzündungsprozesse im Körper hemmt. Das übergeordnete Ziel all dieser Maßnahmen ist klar: Nicht nur die Häufigkeit und Schwere von Asthmaanfällen zu reduzieren – vielmehr ist es das Ziel eine Remission zu erreichen. Das bedeutet unter der individuell abgestimmten Asthmatherapie eine absolute Beschwerdefreiheit zu erreichen. Asthma soll und darf nicht die Lebensqualität reduzieren.
Fazit
Ein Asthmaanfall ist immer ein Warnsignal: Die Atemwege sind überlastet und brauchen gezielte Unterstützung. Wer versteht, was im Körper passiert, kann besser reagieren und rechtzeitig handeln. Mit der richtigen Therapie und Schulung lassen sich Asthmaanfälle heute in den meisten Fällen sehr gut kontrollieren bzw. vermeiden – und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Sie möchten Ihr Asthma besser in den Griff bekommen oder sich auf einen möglichen Notfall vorbereiten? Vereinbaren Sie jetzt einen Termin bei den Lungenärzten am Turm – wir beraten Sie individuell und helfen Ihnen, sicherer durchzuatmen.


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